Kaliumthiocyanat
Kaliumthiocyanat (KSCN, CAS 333-20-0) ist das Kaliumsalz der Thiocyansäure. Es bildet farblose, stark hygroskopische Kristalle, die sich sehr gut in Wasser lösen. Im Labor dient es vor allem zum Nachweis von Eisen(III)-Ionen, als chaotropes Reagenz in der Proteinbiochemie und als Ausgangsstoff in der organischen Synthese. Es ist in verschiedenen Reinheitsgraden erhältlich, etwa ACS- oder Ph.-Eur.-konform.
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Kaliumthiocyanat
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Was ist Kaliumthiocyanat chemisch?
Kaliumthiocyanat (Summenformel KSCN, molare Masse ca. 97,18 g/mol) ist ein anorganisches Salz aus Kaliumkationen und Thiocyanat-Anionen (SCN⁻). Ältere Bezeichnungen sind Kaliumrhodanid und Kaliumsulfocyanat. Die Substanz ist hygroskopisch und löst sich sehr gut in Wasser. Der Lösevorgang ist stark endotherm, die Lösung kühlt sich dabei also deutlich ab. Der Schmelzpunkt liegt bei etwa 173 °C.
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Wofür wird Kaliumthiocyanat im Labor eingesetzt?
- Analytik: Mit Eisen(III)-Ionen bildet Thiocyanat einen intensiv blutroten Komplex. Darauf beruhen qualitative Nachweise und photometrische Bestimmungen. Außerdem wird KSCN in der Fällungstitration nach Volhard verwendet.
- Biochemie: Als chaotropes Salz kann KSCN Proteine denaturieren und Wechselwirkungen schwächen, zum Beispiel bei Elutionsschritten oder bei Aviditätsuntersuchungen in ELISA-Formaten.
- Synthese: In der organischen Chemie dient es als Quelle für das Thiocyanat-Anion, etwa zur Herstellung organischer Thiocyanate und Isothiocyanate.
Was ist bei Beschaffung und Handhabung zu beachten?
Nach GHS ist KSCN als gesundheitsschädlich beim Verschlucken, bei Hautkontakt und beim Einatmen eingestuft. Zudem ist es schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Beim Kontakt mit Säuren werden sehr giftige Gase freigesetzt (EUH032). Das Produkt sollte daher getrennt von Säuren, trocken und dicht verschlossen gelagert werden. Für die Einkaufsentscheidung sind das SDS sowie ein chargenbezogenes CoA mit Angaben zu Gehalt, Reinheitsgrad (z. B. ACS, Ph. Eur.) und Verunreinigungen wie Schwermetallen, Chlorid und Sulfat maßgeblich. Die Substanz ist unter REACH registriert.
Verwandte Begriffe
Ammoniumthiocyanat und Natriumthiocyanat sind eng verwandte Thiocyanatsalze. Guanidiniumthiocyanat ist ein weiteres chaotropes Reagenz, das häufig in der Nukleinsäureextraktion eingesetzt wird. Weitere verwandte Themen sind die Volhard-Titration, der Eisen(III)-Nachweis und die Hofmeister-Reihe.
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