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Molekula

Natriumchlorid in Zellkulturmilieus und physiologischen Pufferlösungen

June 18, 2026 4 min Lesen Applications ✦ KI-gestützt · von Molekula Editorial überprüft

Natriumchlorid ist der wichtigste osmotische Bestandteil von Zellkulturmedien und physiologischen Puffern: 6,0–7,6 g/L (103–130 mM) in gängigen Medien wie RPMI-1640, DMEM, MEM und Ham's F-12, 8,0 g/L (137 mM) in PBS. Warum sich die Werte unterscheiden, warum die Osmolalität wichtig ist und welche Qualität sich eignet.

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Natriumchlorid (NaCl, CAS 7647-14-5, EG 231-598-3, M = 58,44 g/mol) ist der größte Einzelbeitrag zur Osmolalität von Zellkulturmedien und physiologischen Puffern. Es liefert den größten Teil der Na⁺- und Cl⁻-Ionen, die Zellen zur Regulation von Volumen und Membranpotential brauchen; Natriumhydrogencarbonat, Natriumphosphat und andere Salze liefern den Rest des Natriums.

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Wie viel NaCl enthalten gängige Medien und Puffer?

NaCl-Gehalt klassischer Rezepturen, je Liter 1×-Medium:

  • DMEM: 6,4 g/L (110 mM)
  • RPMI-1640: 6,0 g/L (103 mM)
  • MEM (Earle-Salze): 6,8 g/L (116 mM)
  • Ham's F-12: 7,6 g/L (130 mM)
  • PBS (nach Dulbecco, 1×): 8,0 g/L (137 mM)
  • HBSS: 8,0 g/L (137 mM)
  • 0,9 % Kochsalzlösung: 9,0 g/L (154 mM)

Medien enthalten weniger NaCl als PBS, weil Natriumhydrogencarbonat (3,7 g/L bzw. 44 mM in DMEM; 2,0 g/L bzw. 24 mM in RPMI-1640) und Natriumphosphat zusätzliches Natrium und Osmolalität beitragen. Der gesamte Na⁺-Gehalt der meisten Medien liegt daher bei etwa 135–155 mM, nahe an den 135–145 mM des menschlichen Plasmas. Herstellervarianten (z. B. mit anderem Glucose- oder HEPES-Gehalt) können abweichen — maßgeblich ist das Rezepturblatt des tatsächlich verwendeten Produkts.

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Warum ist die Osmolalität wichtig?

Die meisten Säugerzelllinien wachsen gut zwischen etwa 260 und 340 mOsm/kg, und die meisten Medien sind auf 280–320 mOsm/kg eingestellt; menschliches Plasma liegt bei 275–295 mOsm/kg. Jedes Millimol NaCl pro Liter erhöht die Osmolalität um knapp 2 mOsm/kg. In einem hypertonen Medium verlieren Zellen Wasser und schrumpfen; in einem hypotonen Medium schwellen sie an und können bei ausreichend großem Unterschied lysieren.

Weil NaCl den größten Beitrag leistet, wird es üblicherweise angepasst, wenn die Osmolalität korrigiert werden muss — etwa nach Zugabe von HEPES, Supplementen oder in Wasser gelösten Wirkstoffen. Das Ergebnis sollte mit einem Osmometer gemessen statt nur berechnet werden; außerdem steigt die Osmolalität durch Verdunstung im Inkubator mit der Zeit an.

Welche Rolle spielt NaCl in Puffern wie PBS?

NaCl puffert den pH-Wert nicht — das übernimmt in PBS das Phosphat. NaCl bestimmt die Tonizität und den größten Teil der Ionenstärke (etwa 0,17 M in 1× PBS). Die Ionenstärke beeinflusst Protein-Protein- und Antikörper-Antigen-Wechselwirkungen; deshalb sind Wasch- und Verdünnungspuffer für ELISA und Western Blot meist PBS oder TBS mit 137–150 mM NaCl. Manche Proteinreinigungen arbeiten mit höherem Salzgehalt, etwa 300 mM NaCl in Lysepuffern für die Nickel-Affinitätschromatographie, um unspezifische Bindung zu unterdrücken.

Welche Qualität sollte man verwenden?

Für Zellkultur und Pufferherstellung eignet sich eine Qualität mit definierter Spezifikation und chargenbezogenem Analysenzertifikat (CoA):

  • Arzneibuchqualitäten (Ph. Eur., USP, JP): Gehalt 99,0–100,5 % bezogen auf die getrocknete Substanz, mit Grenzwerten für Verunreinigungen wie Sulfat, Bromid, Iodid, Eisen und Barium. Für die GMP-Herstellung wird in der Regel Arzneibuchqualität von einem qualifizierten Lieferanten eingesetzt.
  • ACS-Reagenzqualität: Gehalt mindestens 99,0 % mit festgelegten Verunreinigungsgrenzen. Für die meisten Laborpuffer geeignet, aber in der Regel nicht auf Endotoxine geprüft.
  • Zellkulturgetestete bzw. endotoxinarme Qualitäten: zusätzlich mit Endotoxinprüfung (LAL-Methode, Ph. Eur. 2.6.14 / USP <85>) und teils mit Zellwachstumstest. Die Grenzwerte legt jeder Lieferant selbst fest — es lohnt sich, die Spezifikation zu vergleichen statt nur die Qualitätsbezeichnung.

Speisesalz ist ungeeignet: Es enthält Rieselhilfen und oft zugesetztes Iodid oder Iodat.

Herstellung und Lagerung

NaCl ist chemisch stabil. Den Behälter fest verschlossen, trocken und bei Raumtemperatur lagern, da der Feststoff bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser aufnimmt und verklumpt. Lösungen mit gereinigtem Laborwasser (Typ I oder gleichwertig) ansetzen; NaCl-Lösungen lassen sich autoklavieren oder durch 0,22-µm-Filtration sterilisieren.

Natriumchlorid ist unter REACH registriert, im US-amerikanischen TSCA-Inventar gelistet und nach GHS/CLP nicht als gefährlich eingestuft. Diese Regelungen betreffen Inverkehrbringen und Sicherheitsinformationen; ob eine Charge für die Zellkultur geeignet ist, zeigen ihre Qualitätsspezifikation und ihr CoA.

Häufig gestellte Fragen

  • Wie viel NaCl enthält 1× PBS? 8,0 g/L, also 137 mM (Dulbecco-Rezeptur), zusammen mit 2,7 mM KCl und etwa 10 mM Phosphat.

  • Warum enthält DMEM weniger NaCl als PBS? Natriumhydrogencarbonat (3,7 g/L in DMEM) und Natriumphosphat liefern zusätzliches Natrium und Osmolalität, daher wird weniger NaCl benötigt. Der gesamte Na⁺-Gehalt von DMEM liegt bei etwa 155 mM.

  • Welche NaCl-Qualität eignet sich für die Zellkultur? Eine Arzneibuchqualität (Ph. Eur./USP) oder eine zellkulturgetestete Qualität mit chargenbezogenem Analysenzertifikat. Wenn Endotoxine relevant sind, eine endotoxingetestete Qualität wählen; ACS-Qualität ist das in der Regel nicht.

  • Kann man Speisesalz verwenden? Nein. Speisesalz enthält Rieselhilfen (oft Ferrocyanide) und häufig zugesetztes Iodid oder Iodat, und sein Verunreinigungsprofil ist nicht spezifiziert.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel NaCl enthält 1× PBS?

8,0 g/L, also 137 mM (Dulbecco-Rezeptur), zusammen mit 2,7 mM KCl und etwa 10 mM Phosphat.

Warum enthält DMEM weniger NaCl als PBS?

Natriumhydrogencarbonat (3,7 g/L in DMEM) und Natriumphosphat liefern zusätzliches Natrium und Osmolalität, daher wird weniger NaCl benötigt. Der gesamte Na⁺-Gehalt von DMEM liegt bei etwa 155 mM.

Welche NaCl-Qualität eignet sich für die Zellkultur?

Eine Arzneibuchqualität (Ph. Eur./USP) oder eine zellkulturgetestete Qualität mit chargenbezogenem Analysenzertifikat. Wenn Endotoxine relevant sind, eine endotoxingetestete Qualität wählen; ACS-Qualität ist das in der Regel nicht.

Kann man Speisesalz verwenden?

Nein. Speisesalz enthält Rieselhilfen (oft Ferrocyanide) und häufig zugesetztes Iodid oder Iodat, und sein Verunreinigungsprofil ist nicht spezifiziert.

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